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Voice over IP - Stimmen im schnellen Internet

Ab Herbst 2015 hält auch bei BITel VoIP Einzug.| Foto: Y. Liebold

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man heute vom Telefonieren spricht, fällt immer häufiger auch das Schlagwort »Voice over IP«, kurz VoIP. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff? Ein kleiner Ausflug in ein interessantes Thema.

An sich bedeutet VoIP nichts anderes als Telefonieren über das Internet. Die Stimme wird also nicht wie bisher als Serie von Signalen per Telefonleitung zum Gesprächspartner geschickt, sondern als Serie von Datenpäckchen über die Internetleitung. Das Protokoll, auf dem der Datenaustausch im Netz basiert, heißt »Internet Protocol«, kurz IP.

Dass das Thema heute zunehmend eine Rolle spielt, hat mit dem technischen Fortschritt einerseits und den historischen Anfängen der Datennetze andererseits zu tun. Während man in der Steinzeit des Internet mit einem Akustikkoppler Datenpakete in Töne umwandelte und sie dann sozusagen »Huckepack« über konventionelle Telefonnetze schickte, soll nun die Stimme als Audiodatei in den schnellen Datenströmen des Internet mitschwimmen.

Die technischen Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um eine Stimme naturgetreu und fast in Echtzeit über das Netz zu schicken, sind hoch: Leitungen, Router und Netzkarte im PC - sie alle müssen hohe Datenmengen unterstützen, denn jedes Nadelöhr in der Verbindung bedeutet Einbußen in der Gesprächsqualität. Was da wie ein Hindernis klingen könnte, ist vielerorts längst zu realisieren, schließlich verwenden viele Nutzer ohnehin bereits DSL-Leitungen mit hohen Geschwindigkeiten, über die sie problemlos, sprich »ruckelfrei«, Filme, Radiosendungen und Videochats wie Skype in hohen Auflösungen streamen.

Schonender Umstieg

Tatsächlich verwenden viele Telefongespräche bereits VoIP, ohne dass das den Gesprächsteilnehmern auffallen würde. Schließlich sind viele Unternehmen und eine wachsende Zahl an Privatleuten bereits auf die VoIP-Anschlüsse ihrer Telekommunikationsanbieter umgestiegen. Diese sogenannte »sanfte Migration«, wird noch einige Jahre andauern und soll den Wechsel von einer Technologie auf die andere nicht zuletzt für Nutzer zu Hause und am Arbeitsplatz schonender gestalten.

Bye-bye ISDN

VoIP macht den ISDN-Standard an sich überflüssig, und es ist damit zu rechnen, dass er in wenigen Jahren gar nicht mehr genutzt wird. Trotzdem gestaltet sich der Wechsel von ISDN- zu VoIP-Geräten sehr langsam, da Provider noch beide Standards anbieten müssen. Für einen schnellen Umstieg sind einfach noch zu viele ISDN-Geräte auf dem Markt.

Der Vorteil: Einfach einfacher

Wer angesichts dieser Entwicklung Wehmut empfindet, mag sich mit den Vorteilen trösten: Die neuen VoIP-Anschlüsse können das Leben wesentlich leichter machen. Surfen und Telefonieren laufen über das Internet und somit über nur eine Leitung. Faxsendungen, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter und E-Mails, die bisher noch auf separaten Geräten abgeholt und abgefragt werden müssen, können künftig auf Wunsch in einem einzigen Posteingang landen (»Unified Messaging«). Und den kann man wiederum per Smartphone auch von unterwegs einsehen. Auch das Sperren lästiger Anrufer geht schneller, denn zum VoIp-Anschluss gehört meist eine Seite im Webbrowser, auf der man eine Vielzahl von Einstellungen für den Anschluss selbst anpassen kann, also auch die Liste, die nervige Anrufer »stumm« schaltet.

Gerade für kleine Unternehmen und Freiberufler sind die Möglichkeiten von VoIP spannend, denn sie sparen Zeit, Hardware und Kosten, sorgen aber zugleich für bessere Erreichbarkeit.

Spannende Aussichten

Einige der technisch möglichen und interessanten Dienste werden bereits angeboten, andere werden erst im Lauf der Zeit und abhängig von der Technik beim Nutzer zuhause ankommen. Statt eine Telefonnummer auf einer Website erst ins Telefon abzutippen, lässt VoIP das sogenannte »Click to dial« zu, das Telefonat per Klick. Fotos oder Textnachrichten könnte man, wie man das vom Handy gewohnt ist, auch über das heimische Telefon schicken. Für Familie und Freunde interessant ist die Videotelefonie, die mittelfristig über die eigene Festnetznummer möglich wird. Dazu gehört auch das Einbinden von Tablets und Smartphones als »Telefon« im Netz zu Hause.